Leitfaden für Konzeption, Aufbau und Betrieb von Schulungs- und Pilotanlagen

In den Jahren 2020/2021 wurde durch das TRUST-Projekt in einem partizipativen Prozess eine Pilotanlage für die Abwasserreinigung in der Gemeinde San Andrés de Tupicocha im Hochland des Einzugsgebiets des Río Lurín, Peru, erfolgreich installiert. Unterstützt wurde das Projekt von den peruanischen Nichtregierungsorganisationen Servicios Educativos Rurales (SER) und Horizontes en Medio Ambiente y Salud (HOMAS). Die Erfahrungen aus diesem Projektes sind in den „Leitfaden für Konzeption, Aufbau und Betrieb von Schulungs- und Pilotanlagen zur Aufbereitung von Trinkwasser und Reinigung von Abwasser aus einer sozio-technischen Perspektive“ eingeflossen. Dieser Leitfaden soll Hilfestellung bei der Konzeption, dem Aufbau und dem Betrieb von Schulungs- und Pilotanlagen geben, die im öffentlichen Raum implementiert werden.

Sobald Pilotanlagen außerhalb von geschlossenen Umgebungen implementiert werden, bspw. in einer Kommune oder Ortschaft, handelt es sich um sozio-technische Interventionen, die als Realexperimente zusätzlich komplexe soziale Dynamiken und Prozesse berücksichtigen müssen. Solche Pilotanlagen erfordern von Beginn an eine soziale Einbettung und sollten daher in einem partizipativen Prozess in enger Kooperation mit den lokalen Akteuren entwickelt und umgesetzt werden.

Der Leitfaden folgt den Phasen des Anlagenbaus, wobei Info-Boxen die Inhalte an einem Fallbeispiel aus der Praxis illustrieren. Dabei gibt der Leitfaden praktische Hinweise und Tipps für die partizipative Umsetzung von Pilotanlagen sowie für die Durchführung begleitender Aktivitäten zur Bewusstseinsbildung und dem Aufbau von Kompetenzen. Auch wenn sich die klimatischen, naturräumlichen, institutionellen, sozialen und kulturellen Aspekte an jedem Ort der Welt unterscheiden, haben wir die im Leitfaden enthaltenen Hinweise und Listen so formuliert, dass sie auf die Implementierung von Pilotanlagen unter anderen Randbedingungen übertragbar sind.

Der Leitfaden richtet sich an alle, die im Rahmen ihrer beruflichen Arbeit oder ihres privaten Engagements daran interessiert sind, Pilotanlagen, z.B. – aber nicht nur – zur Aufbereitung von Trinkwasser und/oder Reinigung von Abwasser, in einer konkreten Ortschaft zu implementieren. Dazu können z.B. inländische und ausländische Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Forschungseinrichtungen, Consultingfirmen, private und öffentliche Geldgeber aber auch Behörden und Gemeindeverwaltungen gehören.

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